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Bereits in der Steinzeit benutzten die Menschen Farben, wie Höhlenmalereien im Südwesten Europas bezeugen - eisenoxidhaltige Erde für gelbrot bis braunrot, Kalk & Gips für weiß und Kohle für schwarz. Diese Farben waren zwar von großer Lichtechtheit, doch Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung widerstanden sie nicht. Durch antike Schriftsteller haben wir davon Kenntnis, daß germanische und keltische Völker sich vor Schlachten am ganzen Körper bunt bemalten. Besonders die Kelten sind für ihre blauen Körpertättowierungen bekannt. Doch das Färben mit Pflanzen- & Tierextrakten war die einzige Möglichkeit, Stoffe dauerhaft zu färben.
Unsere Vorfahren färbten mit den Pflanzen, die ihnen die Natur ihrer Heimat dafür gab: Braun: Eichen- & Birkenrinde Gelb: Birkenblätter, Ginster & Schilf Rot: Blutwurz, Labkraut- & Waldmeisterwurzel Blau: Waid
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Die Römer erweiterten die Farbstoffauswahl um Walnuß für Braun, Wau für Gelb, Krapp für Rot. Mit der Entwicklung der Städte bildeten sich Zünfte heraus und so wurde auch bald das Färben von Wolle und Stoffen ein Berufszweig. Jedoch war den Färbern eine eigene Zunft bis Ende des Mittelalters verwehrt. Sie standen in direkten Abhängigkeit zu den Zünften der Tuchhändler und
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Wollweber, die ihnen strenge Vorschriften auferlegten, um das Verfälschen der Farben zu verhindern, und hohe Tarife abverlangten. Gefärbt wurde in besonderen Färbehäusern, die den Tuchmachern gehörten und es durfte nur eine bestimmte Menge Tuch oder Wolle am Tag gefärbt werden, das danach von den Innungsmeistern geprüft wurde. Wurde gegen die Vorschriften verstoßen, durfte das Tuch verbrannt werden und Färber & Auftraggeber mußten hohe Geldbußen zahlen. Wenn der arme Färber wie meist nicht zahlen konnte, wurde ihm die Hand abgeschlagen. Solche Umstände riefen natürlich allerlei Aufstände und Revolten hervor. So auch im 14. Jh. in der wichtigsten Tuchmachermetropole der Alten Welt: Florenz. Hier hatten sich zuvor die Färber bereits in einer religiösen Bruderschaft des Onofrio, welcher der Schutzheilige aller Färber war, vereinigten und riefen 1371 zum Aufstand auf. Dieser Färberstreik dauerte ganze 8 Jahre und endete mit der Gründung 3 neuer Zünfte, eine von ihnen war die Färberzunft. Soviel Glück hatten aber nicht alle. In Deutschland gab es erst ab dem 16. Jh. eigene Färberzünfte.
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Im allgemeinen werden 3 verschiedene Arten von Färbern unterschieden: - die Schwarzfärber oder auch Schlichtfärber färbten Schwarz und alle einfachen Farben - die Schönfärber färbten feinere Waren in edleren Farben - die Seidenfärber gab es nur an Orten, wo Seidenzucht & -weberei blühte. Sie hatten nie eine Zunft, sondern waren "freie Künstler".
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Die Farbenpracht der Kleider war Zeichen der Macht seines Trägers und so dauerte es auch nicht lange, daß es die ersten Kleidervorschriften gab. So war es zwar Karl der Große, der in seiner Landgüterverordnung um 800 festlegte, daß Waid und Krapp angebaut und die Kermesschildlaus, die das Scharlachrot lieferte, gezüchtet werden solle. Doch durch seine christliche Neigung zu einfacher Kleidung genehmigte er dem einfachen trotzdem buntbekleideten Volk nur 6 Ellen graues oder braunes grobes Leinengewebe, das sind 3,60 m.
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